Samstag, 13. November 2010

Gibt es für Israel noch eine Zukunft?

Ist Israel noch das Volk Gottes? Wenn nicht, wird Gott Israel in Zukunft wieder als sein Volk annehmen? Anders ausgedrückt: Ist die Lehre von den sogenannten „Haushaltungen“ (engl. dispensations) biblisch? Diesen Fragen wollen wir in diesem Artikel nachgehen.

Die Lehre von den Haushaltungen besagt im Wesentlichen, dass Gott in bestimmten Zeitepochen auf bestimmte Weise mit bestimmten Personen eine besondere Beziehung hatte. Wir können mindestens drei Zeitepochen unterscheiden:

Gott hat sich das Volk Israel aus allen Völkern der Erde erwählt. Die Zeit dieses Volkes hat ihren Anfang mit dem Auszug Israels aus Ägypten (1491 v.Chr.) genommen, und sie hat ihr Ende mit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70 n.Chr. gefunden. Da wurde Israel für eine Zeit beiseitegesetzt.
Danach begann Gott, aus allen Nationen (o. [Heiden-]Völkern) und Israel ein Volk zu sammeln, das im Gegensatz zu Israel eine himmlische Berufung hat: die Gemeinde (griech. ekklesia). Die Zeit der Gemeinde begann mit dem Pfingsttag [1] und wird mit ihrer Entrückung enden (1Thes 4,14-18).
Danach wird Gott sich dem Volk Israel, und zwar einem Überrest, wieder zuwenden und ein neues Volk Israel bilden, das Jesus Christus als seinen Messias anerkennen wird und mit dem Christus die Weltherrschaft ausüben wird.
Viele Theologen vertreten die Ansicht, dass die Gemeinde an die Stelle Israels getreten sei. Sie glauben daher, dass die alttestamentlichen Verheißungen für Israel vergeistigt werden müssen und dass sie in der Gemeinde ihre Erfüllung gefunden haben. Das bedeutet für sie, dass Israel als Volk keine Verheißungen mehr hat und auch in Zukunft nicht mehr von Gott als sein Volk anerkannt werden wird. Doch genau das würde bedeuten, dass Gott sein irdisches Volk Israel verstoßen und für immer verworfen hätte.

Wir hingegen glauben, dass es biblische Belege dafür gibt, dass die Zeit der Gemeinde ihrem Ende entgegengeht und dass Gott Israel wieder öffentlich als Volk anerkennen wird. Wir wollen im Folgenden die angeschnittenen Fragen anhand von Römer 11 überdenken. Zuvor eine knappe Einführung in den Römerbrief.

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